Rottweiler – Die sanften Kraftpakete

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Was zeichnet die Hunderasse Rottweiler aus?

Die Vorfahren der Rottweiler waren Hütehunde, welche die römischen Legionen als Schutz- und Treibhunde über die Alpen begleiteten. In der Gegend um Rottweil im heutigen Baden-Württemberg paarte man die Rasse mit einheimischen Schäferhunden. So erhielt der Rottweiler im Mittelalter seinen Namen. Die Hunde trieben das Vieh, zogen Karren oder beschützten das Eigentum ihres Herrn.

Um 1910 wurde die Rasse als Polizei- und Militärhund anerkannt. Ein Rottweiler hat ein ruhiges Gemüt und verfügt über viel Kraft. Rüden haben eine Widerristhöhe von 68 cm und erreichen ein Gewicht von ca. 50 kg, Hündinnen von 63 cm und 42 kg. Das Fell mit Unterwolle ist kurz. Der Rottweiler hat die Farben schwarz mit roten Abzeichen.

Welches räumliches Umfeld verlangt die Hunderasse?

Man kann den Hund drinnen oder draußen halten. Da Rottweiler eine Größe von 63 bis 68 cm Widerristhöhe erreichen und von kräftigem Bau sind, ist von einer Zwingerhaltung unbedingt abzuraten. Wichtig ist eine ausreichende Beschäftigung und genügend Auslauf. Hält man den Hund im Garten, muss dieser entsprechend abgesichert sein.

Was hat der Rottweiler für ein Wesen? Wie ist beim Rottweiler der Charakter?

„Rottweiler politics“ ist in Großbritannien ein Begriff für einen aggressiven Stil. Ein solcher trifft aber nicht auf den Rottweiler zu. Im Gegenteil sind beim Rottweiler die Eigenschaften eher umgekehrt: freundlich, anhänglich, kinderlieb, arbeitsfreudig und nervenfest.

Familienanschluss ist sehr wichtig. Eine strenge, aber tierfreundliche Rottweiler Erziehung ist unabdingbar. Der Hund selbst kann seine eigene Kraft unterschätzen und muss Grenzen gesetzt bekommen. Außerdem neigt er dazu, seine Familie bis auf’s Äußerste zu verteidigen und sollte deswegen frühzeitig an andere Menschen und Tiere gewöhnt werden.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

An den Kosten für das Haustier sollte man nicht sparen. Das beginnt bei den Anschaffungskosten. Wer einen reinrassigen Hund bevorzugt, sollte einen anerkannten und qualifizierten Rottweiler Züchter aufsuchen. Die Kosten liegen zwischen 500 und 1200 Euro. Einen Rottweiler Welpen ersteht man dabei teurer, als einen Rottweiler, der ausgewachsen ist. Eine günstige Alternative ist ein Hund aus dem Tierheim. Hierbei fällt eine Schutzgebühr von 150 Euro an.

In einigen deutschen Bundesländern steht die Rasse auf der sog. Rasseliste und gilt als „Kampfhund“. Je nach Bundesland ist ein Wesenstest erforderlich oder es gibt Auflagen wie Maulkorbpflicht und Leinenzwang. In Österreich bedarf es in einigen Bundesländern einen Hundeführerschein oder einen Sachkundenachweis. In der Schweiz ist die Haltung verboten oder bewilligungspflichtig. Wer einen „Kampfhund“ besitzt, muss um das zehn- oder zwanzigfache höhere an Hundesteuern bezahlen. Der Wesenstest kostet zwischen 200 und 250 Euro.

Wie hoch ist die finanzielle Belastung durch Nahrung, Tierarzt, Versicherung und Ausstattung?

Für den Rottweiler benötigt man Leine, Halsband, gegebenenfalls Maulkorb, einen Schlafplatz, eine Bürste für die Rottweiler Pflege, Kot-Beutel, Zeckenzange, Fress- und Trinknapf. Ebenso benötigt der Rottweiler Futter. Dieses sollte reich an Nährstoffen, Ballaststoffen und Vitaminen sein. Man kann bei der Grundausstattung mit 200 bis 400 Euro rechnen. Auch der erste Tierarztbesuch ist schnell fällig. Bei einer seriösen Rottweiler Zucht wird im Alter von 8 Wochen das erste mal zur Grundimmunisierung geimpft.

Rottweiler draussen

Impfungen müssen jedoch wiederholt werden. Auch eine Entwurmung könnte anstehen. Für die Tierarztkosten sollte man mit ca. 100 Euro rechnen. Bei der Hundehaftpflichtversicherung besteht dasselbe Problem wie bei der Steuer. Der Rottweiler steht auf einigen Rasselisten, weswegen er von einigen Versicherungsdienstleistern abgelehnt oder nur zu einem höheren Beitrag versichert wird. Das gilt auch für den Rottweiler Mischling. Auch ein Rottweiler Mix gilt entsprechend als „Kampfhund“ oder „Listenhund“. Die Kosten können sich auf einen Beitrag zwischen 30 und 90 Euro pro Jahr belaufen.

Wie viel Auslauf braucht der Hund?

Arbeitshunde wie der Rottweiler brauchen viel Bewegung. Zwei bis drei Stunden Hundesport wie Obedience oder Apportieren täglich sind ideal. Man kann ihn auch gut mit zum Joggen nehmen. Auch geistig wird der Rottweiler gerne gefordert. Er eignet sich beispielsweise gut für das Training als Rettungshund.

Was sind seine Vorlieben und Abneigungen?

Zu den Vorlieben eines Rottweilers gehört der Anschluss an seine Familie, Zuneigung, Bewegung und Arbeit, die ihn auslastet. Entsprechend reagiert er negativ auf Vernachlässigung, zu wenig Auslauf und nicht genügend Aufmerksamkeit.

Mit welchen Erkrankungen sollte man rechnen?

Typische Rottweiler Krankheiten aufgrund genetischer Veranlagung sind Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogendysplasie, Tumorbildung und selten zu Leukoenzephalomyelopathie.

Rottweiler – Beschrieben in drei Wörtern?

Kraftvoll, liebevoll, arbeitsfreudig.

Fazit

Ein Rottweiler ist ein sanftes Kraftpaket, das seinem Besitzer als Familienhund viel Freude machen kann. Allerdings muss er gut erzogen werden und ausreichend Auslauf bekommen. In einigen Bundesländern muss darüber hinaus darauf geachtet werden, dass für ihn ein Wesenstest erforderlich ist und die Steuer und Versicherung gegebenenfalls deutlich teurer sein können.

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