Bartagame – Friedlich, ruhig und anspruchsvoll

Bartagame

Die Bartagame ist ein sehr beliebtes Tier in der Terraristik. Ihr faszinierendes Aussehen erinnert beinahe an einen kleinen Dinosaurier. Wir beantworten alle wichtigen Fragen rund um die Haltung dieser beliebten Echse.

Woher stammen Bartagamen und wie sehen sie aus?

Bei einer Bartagame ist die Größe 30 bis 50 Zentimeter, mindestens die Hälfte davon macht der Schwanz aus. Obwohl ihr ganzer Körper mit stacheligen Schuppen besetzt ist, ist der Kehlbart mit den großen Stacheln das besondere Markenzeichen: Bei Feinden stellt die Bartagame ihn zu einem bedrohlichen Fächer auf. Die Bartagame hat Farben wie Grau, Beige oder Braunrot, ein Farbwechsel ist je nach Temperatur möglich.

Bartagamen stammen aus Australien. Dort leben sie an trockenen, recht kargen Orten wie Steppen und Halbwüsten. Es gibt acht offiziell anerkannte Arten, die beliebtesten davon sind die Streifenköpfige Bartagame und die Zwergbartagame. Eine Bartagame hat häufig eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren. Aber bei der Bartagame ist das Alter auch von der Pflege abhängig.

Was ist typisch für eine Bartagame?

Die Bartagame tagaktiv. Wie viele andere Tiere hält auch die Bartagame Winterruhe, die im November oder Dezember beginnt und etwa zwei bis drei Monate anhält. Weil Bartagamen wechselwarm sind, können sie ihre Temperatur nicht konstant erhalten: Deshalb sind sie auch so gern in der Sonne und wärmen sich auf.

Kompliziert werden Bartagamen nur, wenn sie gemeinsam mit Artgenossen gehalten werden. Sie neigen dann zu aggressivem Verhalten und Machtkämpfen, weil sie einzelgängerisch sind und ihr Revier gern verteidigen. Die Gruppenhaltung ist nur für erfahrene Halter und weniger aggressive Arten geeignet. Dabei sollten es möglichst ein Männchen und mehrere Weibchen sein.

Bartagame mit Artgenossen

Wie bevorzugt eine Bartagame das Terrarium?

Weil sie ein Bodenbewohner ist, bevorzugt die Bartagame auch in der Haltung ein Terrarium mit großer Grundfläche. Je nach Größe des Tieres liegt die optimale Grundfläche bei 120×60 bis 160×80 Zentimetern. Für die Beleuchtung sorgt eine Leuchtstoffröhre, eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 Prozent ist ideal. Für die richtige Belüftung sorgen eine Deckellüftung und Lüftungsschlitze zur passenden Zirkulation.

Bartagamen sind trockene und wenig bewachsene Lebensräume gewohnt. Deshalb benötigen sie nicht viele Pflanzen im Terrarium. Als Dekoration sind dennoch Sukkulenten, flache Wurzeln und einige Steine möglich. Auch ein großer Kletterast dürfte der Bartagame gefallen. Für den Untergrund eignen sich robuste Materialien wie feiner Kies oder roter Sand.

Die Temperatur sollte 28 bis 30 Grad betragen. Am besten werden verschiedene Wärmezonen und Sonnenplätze durch kleine Strahler geschaffen, denn die Bartagame muss sich regelmäßig aufwärmen. Außerdem eignet sich eine Heizmatte als Bodenheizung.

Für wen eignet sich die Bartagame?

Die Bartagame ist ein tolles Haustier für Echsen-Liebhaber mit Respekt und Fingerspitzengefühl. Sie ist gut für Halter geeignet, die sich ein zutrauliches Tier wünschen, das auch auf ihre Hand kommt und wenig Zeitaufwand benötigt. Da sie tagaktiv sind, eignet sich das Tier aber auch gut zur Beobachtung. Wenn die richtige Art gewählt wird, können Bartagamen auch von Terraristik-Einsteigern problemlos gehalten werden.

Mit welchen Kosten sind zu rechnen?

Für den Erwerb der Bartagame selbst sollten Halter etwa zwanzig Euro einplanen, ausgefallene Gattungen oder ein schon ausgewachsenes Tier können jedoch bis zu 100 Euro kosten. Den größten Anteil an den Kosten macht stattdessen die Terraristik aus. Für das Terrarium selbst, aber auch die Technik inklusive Heizung und Beleuchtung müssen etwa 400 Euro aufgebracht werden.

Hinzu kommen laufende Kosten wie Futter und der Strom für die Beleuchtung. Bartagamen-Halter sollten vorher überlegen, ob sie diese Kosten für zehn bis fünfzehn Jahre tragen können und wollen.

Bartagame von der seite

Wie ist bei einer Bartagame die Pflege?

Eine Bartagame zu füttern ist recht einfach. Sie interessiert sich vorrangig für Lebendfutter wie Grillen, Schaben und Heuschrecken. Aber auch Pflanzen wie Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen und im Winter Salate stehen auf dem Speiseplan. Im Terrarium sollte konstant eine Schale mit frischem Wasser stehen. Kot und Urin sollten täglich entfernt werden. Zweimal im Jahr kann der Bodenbelag komplett erneuert werden.

Die Bartagame sollte ihre natürliche Winterruhe einhalten können, wenn ihr die passenden Voraussetzungen geschaffen werden. Innerhalb mehrerer Wochen sollte die Temperatur auf achtzehn Grad sinken, die Beleuchtung wird reduziert und später ausgeschaltet. Eine Woche vor der Winterruhe erhält die Bartagame kein Futter mehr, nachdem die Menge schrittweise reduziert wurde. Ausreichend Wasser sollte dennoch bereitstehen. In den letzten Wochen der Winterruhe können Temperatur und Licht wieder erhöht werden.

Wer mit der Bartagame eine Zucht aufbauen möchte, benötigt Hintergrundwissen. Die Agame vergräbt je nach Art fünf bis dreißig Eier im Sand. Für die Aufzucht kann der Halter sie vorsichtig ausgraben und in einen Brutkasten mit spezieller Bruterdesetzen. Die Temperatur sollte dort 26 bis 29 Grad und damit etwas weniger betragen als im Terrarium. Die jungen Bartagamen schlüpfen nach sieben bis neun Wochen.

Fazit

Bartagamen sind tagaktive, einzelgängerische Echsen aus Australien. Sie können auch von Einsteigern gehalten werden und bei richtiger Pflege zutraulich werden. Am wichtigsten ist in der Pflege die Einhaltung der richtigen Temperatur und Beleuchtung. Wer sich gut um die Bartagame kümmert, kann sich bis zu zehn Jahre an ihr erfreuen.

© Arhiliel, lexpixelart, maxi – stock.adobe.com

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