Der Graupapagei – anspruchsvoll, intelligent, sozial

Graupapagei auf Ast

Was zeichnet einen Graupapagei aus?

Wer einen Graupapagei halten möchte, der sollte viel Zeit und Interesse für sein Haustier aufbringen. Der Graupapagei gilt als einer der intelligentesten Vögel der Welt. Wer den Graupapagei im Käfig einsperrt und glaubt, dass es ausreicht, ihm täglich frisches Futter zu reichen, der tut seinem Tier großes Unrecht. Hier erfahren Sie alles, was Sie für die artgerechte Haltung eines Graupapageien wissen müssen, damit es Ihren Tieren ein Leben lang gut geht.

Das Wesen der Graupapageien

Graupapageien benötigen geistiges Futter. Wenn Sie Ihre Vögel außerhalb des Käfigs beschäftigen, ihnen kleine Aufgaben stellen, mit ihnen reden und ihnen Freiheit gewähren, kann der Graupapagei ein Alter erreichen, das locker bei 50 Jahren liegt. Darüber hinaus sollte der Graupapagei niemals allein leben. Auch wenn Sie sich mit ihnen beschäftigen, so benötigen diese sozialen Vögel dennoch den Austausch mit Artgenossen.

Graupapagei mit Artgenossen

In welcher Umgebung fühlt ein Graupapagei sich wohl?

Bei einem Graupapagei ist die Haltung in einer Gruppe oder mindestens als Paar äußerst wichtig, damit die Tiere nicht vereinsamen. Die Vögel benötigen rege geistige Tätigkeiten, denn Langeweile quält sie und führt auf Dauer zu selbstzerstörerischem Verhalten.

Ihr Graupapagei braucht einen ausreichend großen Käfig von mindestens 2 Metern x 1 Meter x 1 Meter pro Tier. Bei Temperaturen über 10 Grad können Sie Ihre Tiere auch in einer Außenvoliere halten. Ein Graupapagei benötigt täglich mindesten eine Stunde Zeit zum freien Fliegen, je mehr, desto besser. Im Käfig benötigt jedes Tier ein nicht einsehbares Séparée als Rückzugsort.

Was liebt der Graupapagei?

Ein Graupapagei braucht Beschäftigung. Sie können beispielsweise das Futter in kleinen Holz- oder Pappröhrchen verstecken und im Käfig aufhängen. In der Wohnung kann der Graupapagei Futter an versteckten Orten suchen. Wenn Sie täglich kleine kognitive Übungen mit ihm durchführen, wird Ihr Graupapagei zahm und lernt von Ihnen neue Fähigkeiten, vielleicht sogar das Sprechen einzelner Wörter.

Wie viel Zeit sollten Sie für Ihr Tier aufbringen?

Ihr kluger kleiner Freund freut sich über viel Beschäftigung. Sie sollten mindestens eine Stunde täglich Zeit für Ihr Tier finden, in der Sie sich intensiv mit ihm beschäftigen. Singen Sie für Ihren Vogel. Schon bald wird Ihr Graupapagei einen Gesang anstimmen, der Ihrem sehr ähnlich klingt. Unter Umständen lernt er auch, häufig vorkommende Geräusche aus der Umgebung nachzuahmen, beispielsweise die Türglocke.

Das mag der Graupapagei gar nicht

Wird er alleine gehalten, entwickelt der Graupapagei Krankheiten seelischer Art wie Zwangsverhalten, Aggressivität oder Lethargie. Auch ständige Reizüberflutung durch zu enthusiastische Besitzer quälten ein Tier auf Dauer. Finden Sie die richtige Mischung aus geistiger Anregung und Ruhephasen, in denen die Tiere für sich sein können.

Typische Erkrankungen

Sie erkennen den gesunden Papagei daran, dass er munter wirkt, die Federn sind glatt und glänzend. Sollte Ihr Tier schwach, teilnahmslos oder struppig wirken, sollten Sie es unbedingt dem Tierarzt vorstellen. Graupapageien sind sehr anfällig für Milben und Pilze, die dann entstehen, wenn sie in unsauberer Umgebung gehalten werden.

Die tägliche Reinigung des Käfigs und das regelmäßige Austauschen des Wassers sind unabdingbar für einen gesunden Papagei. Pilzerkrankungen der Atemwege werden durch altes Vogelfutter verursacht. Besonders auf Erdnüssen kann sich Schimmelpilz bilden, der für die Tiere tödlich sein kann.

Wenn Ihr Graupapagei geschwollene Augen hat, die Nase läuft und er teilnahmslos wirkt, sollten Sie unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen, da es sich um die gefährliche Viruserkrankung Ornithose Psittakose handeln kann, die unbehandelt zum Tod führt. Tränende Augen können auch ein Zeichen für eine Bindehautentzündung sein.

Graupapagei von vorne

Wie soll der Graupapagei ernährt werden?

Achten Sie auf eine ausgewogene Mischung aus frischen Früchten, Nüssen ohne Schale und Körnern wie etwa Hirse. Probieren Sie einfach aus, welches Obst und Gemüse Ihren Tieren schmeckt. Achten Sie darauf, dass sie keine Avocados und Zitrusfrüchte anbieten, da die Vögel diese nicht vertragen.

Ihr Graupapagei benötigt außerdem tierisches Eiweiß, wie Joghurt oder Ei und Kalzium, welches beispielsweise in Löwenzahn enthalten ist. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche Tipps für die richtige Ernährung von Vögeln. Mit einer vitaminreichen Ernährung wird Ihr Graupapagei eine Lebenserwartung von vielen Jahrzehnten haben.

Mit welchen Kosten sollten Sie rechnen?

Achten Sie darauf, Ihren Graupapagei aus Zucht zu kaufen und unterstützen Sie keinen Wildfang. Viele Versicherungen bieten heute schon Krankenversicherungen für Haustiere an. Alternativ können Sie monatlich einen bestimmten Betrag für Tierarztkosten zurücklegen. Dies ist eine gute Option, um eventuell hohen Tierarztkosten entgegenzuwirken. Die Gebührenordnung für Tierärzte sieht beispielsweise für eine allgemeine Untersuchung eines Papageien 27,50 EUR vor, für die Blutentnahme 7,50 EUR.

Das Futter sollte stets frisch und von guter Qualität sein. So können Sie mit zusätzlich rund 30 EUR monatlich für Obst und Gemüse und rund 20 EUR für Nüsse und Körner rechnen, wenn Sie zwei Tiere halten. Ihr Graupapagei möchte Beschäftigung und somit sollten Sie regelmäßig neues Spielzeug anbieten. Dies können Sie fertig im Handel kaufen oder selbst bauen. Gönnen Sie zudem wöchentlich jedem Graupapagei eine Dusche. Sie sollten bei Ihrem Graupapagei die Pflege nicht sparen, damit keine Krankheiten entstehen können. Dabei entstehen zusätzliche Wasserkosten.

Fazit

Anders als die bunten Cousins bietet der Graupapagei zwei Farben, den grauen Körper und die rote oder purpurne Schwanzfeder. Doch er sollte trotz seines zurückhaltenderen Gefieders nicht unterschätzt werden. Dieser Vogel ist äußerst intelligent und sozial, braucht geistige Anregung und sollte niemals alleine gehalten werden. Wer seinem Graupapagei eine hygienische Umgebung und vitaminreiche Kost bietet, kann zusammen mit seinem gefiederten Freund alt werden. Die Tiere geben ihren Besitzern sehr viel Zuneigung zurück und belohnen ihn häufig sogar mit tollen Kunststücken oder einzelnen erlernten Wörtern. Die Tiere sind anspruchsvoll, aber können mit ihrer sozialen Art zu echten Freunden werden.

: © MrPreecha, PinkBlue, ulikloes – stock.adobe.com

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