Der Königspython

Königspython

Was zeichnet die Gattung Ihres Tieres aus?

Der Königspython wird im englischen auch als „ballpython“ bezeichnet, da er sich bei drohender Gefahr oder Stress zu einem Ball zusammen rollt. Sie sind sehr ruhige Vertreter und daher oft als Anfänger-Schlangen betitelt. Man sollte aber bedenken, dass sie sehr anspruchsvoll sind. Sie brauchen viel Ruhe und können beim Futter ab und zu recht pingelig sein. Dennoch sind diese Tiere mit die interessantesten Terrarienbewohner, die ich kenne. Nicht zuletzt auch, weil es Unmengen an Farb- und Zeichnungsvarianten gibt.

Welches räumliche Umfeld wird verlangt?

Er sollte in einem entsprechend großen Terrarium gehalten werden.
Empfehlung vom BfN (Bundesamt für Naturschutz) ist 1,0m x 0,5m x 0,75m x die Körperlänge der Schlange. Bei einem ausgewachsenen Königspython von 120 cm ergibt das eine Größe von 120 x 60 x 75 cm.
Das reicht für zwei Tiere. Für jedes Weitere kommen 20% hinzu, wobei die Höhe 90 cm nicht übersteigen muss, da Königspythons keine guten Kletterer sind.

Züchter nutzen häufig Racksysteme (Schubladen), die zwar weniger Platz bieten, aber ebenfalls optimal für die Haltung dieser Schlange geeignet sind. Auf jeden Fall sollten Versteckmöglichkeiten in ausreichender Zahl vorhanden sein.
Dieser Python kommt ursprünglich aus Zentralafrika, wo er in Savannen und angrenzenden Subtropischen Wäldern zu finden ist. Er benötigt also auch bei uns ein ähnliches Klima.

Laufende Kosten? Wie hoch ist die finanzielle Belastung durch Nahrung, Tierarzt und Ausstattung?

Das Teuerste in der Terraristik ist die Grundausstattung. Man benötigt ein Terrarium, wobei Dieses der Größe des Tieres angepasst sein sollte. Wir empfehlen drei Größen. Für Jungtiere bis ca. 500g Gewicht (etwa 7-8 Monate alt) reicht eine Grundfläche von 40×30 cm. Bis ca. 1kg (etwa 1-1,5 Jahre alt) reichen dann 80×60 cm Grundfläche. Ab da sollte dann das Endterrarium bereit stehen mit einer Grundfläche von ca. 120 x 60 cm. Je nach Größe sind die Preise sehr unterschiedlich. Die kleinen Terrarien aus Glas gibt es ab 25 € das Große wird aber über 100 € liegen.

Dazu kommt die Einrichtung, wobei mindestens 2 Verstecke vorhanden sein sollten. Eine Wasserschale darf nicht fehlen. Diese drei Dinge gibt es für insgesamt unter 10 € in einfacher Ausführung. Man braucht außerdem eine Sprühflasche, um die Luftfeuchtigkeit herzustellen. Diese gibt es ab ca. 3 €. Alles weitere ist nur fürs Auge.
Grundausstattung gesamt ab ca. 250 €.

Die monatliche finanzielle Belastung erstreckt sich über mehrere Punkte.
Futter: Jungtiere jede Woche, ältere Königspython alle 14 Tage eine Maus bzw. Ratte in entsprechender Größe.
Kosten zwischen 1 – 4 €.
Einstreu: 15 – 30 €
Strom für die Beleuchtung bzw. Beheizung: Richtet sich nach dem Energielieferanten. Man sollte bei einer Lampe mit ca. 35 € / Jahr rechnen.
Tierarztkosten: Etwa 2-mal im Jahr eine Kotprobe auf Parasiten untersuchen lassen: etwa 20 €.

Somit wären die laufenden Kosten / Monat etwa bei 35 €.

Wie kann man das Wesen des Königspython beschreiben?

Python regius ist ein Einzelgänger, kann aber auch problemlos mit Artgenossen zusammen gehalten werden. Sie sind allerdings nicht darauf angewiesen, wie zum Beispiel Mäuse. Das Sozialverhalten des Königspythons beschränkt sich auf die Paarung. Bei der Gemeinschaftshaltung kommt es vor, dass die Tiere zusammen liegen, was aber kein „kuscheln“ darstellt, sondern einfach die Tatsache, dass an diesem Punkt die optimalen Werte herrschen.

Bei der Gemeinschaftshaltung von Männchen sollte man beachten, dass diese in der Paarungszeit sog. Kommentkämpfe abhalten können. Dabei werden sie nicht verletzt, es bedeutet aber Stress für beide Tiere. Außerdem sollte man die Tiere nicht gleichzeitig im Terrarium füttern. Man muss sie dazu also separieren.

Wie viel Zeit sollte ich dem Tier täglich mind. widmen?

Mindestens 30 Minuten / Tag für Wasserwechsel, grobe Reinigung des Terrariums und Überprüfung des Tieres sollte man einplanen. Die Reinigung des Terrariums beinhaltet Kot und Häutungsreste zu entfernen. Es ist nicht jedes Mal eine vollständige Reinigung des Terrariums erforderlich. Man sollte aber mindestens alle 4 Wochen das Streu einmal komplett tauschen.

Was liebt der Königspython?

Der Königspython liebt seine Ruhe. Er ist kein Kuscheltier! Man sollte das Tier nur herausnehmen, wenn das bedingt durch Reinigung oder Überprüfung des Zustandes notwendig ist. Ansonsten belässt man die Schlange im Terrarium. Dort fühlt sie sich wohl. Die Tiere werden nicht direkt Handzahm, daher ist Übung in dem Bereich auch nicht notwendig.

Was mag der Königspython überhaupt nicht?

Kälte sollte vermieden werden. Außerdem sind sie recht stressanfällig. Man sollte als Standort für sein Terrarium daher einen Platz in einer ruhigen Ecke eines Raumes wählen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte ebenfalls vermieden werden, da hierdurch schnell das Terrarium überhitzt, was ebenfalls unzuträglich ist. Die Temperatur ist über den Tag mit 30 °C optimal, punktuell auch bis 35 °C. Nachts sollten es mindestens 25 °C sein. Alles unter 20 °C kann über einen längeren Zeitraum zu Krankheit, oder im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen!

Mit welchen Erkrankungen sollte man rechnen?

Generell sind diese Tiere sehr gesund. Man sollte sie dennoch regelmäßig auf Parasiten überprüfen lassen. Erbkrankheiten sind selten und zumeist bei bestimmten Farbvarianten vertreten. Zum Beispiel findet man das bei der Farbform „Spider“ und deren Kombinationen.
Manche dieser Tiere leiden unter einer Nervenkrankheit, die als „wobbeln“ bezeichnet wird. Hierbei drehen die Tiere unwillkürlich den Kopf auf den Rücken. Es handelt sich also um eine Koordinationsschwäche. Allerdings ist die Krankheit nicht genauer erforscht. Bei manchen Tieren tritt sie in jungen Jahren auf und verschwindet, bei anderen kommt sie im Alter oder eben gar nicht zum Vorschein. Es gibt noch einige andere genetisch bedingte Krankheiten, das würde allerdings den Rahmen sprengen. Es gibt darüber einige gute Bücher.

Worauf ist beim Jungtierkauf der Königspython besonders zu achten?

Vor dem Kauf sollte man sich das Tier genau anschauen. Es sollte einen gesunden und munteren Eindruck machen und neugierig züngeln. Kloake und Mund sollten sauber sein und keine Häutungsreste am Tier kleben. Man sollte sich die Elterntiere und die Anlage des Züchters ansehen. Hat man einen guten Züchter gefunden, wird der nichts dagegen haben. Man sollte darauf achten, wie der Züchter selbst mit dem Tier umgeht.
Gute Züchter desinfizieren sich die Hände vor dem Hantieren und fordern auch, dass Sie dies tun, bevor sie das Tier anfassen und begutachten dürfen.

Beschreiben Sie den Königspython in drei Worten

ruhig, anspruchsvoll, farbenreich

Vielen Dank an Miriam Gebben für die wirklich ausführliche Beantwortung der Fragen.

Copyright Hinweis: © stock.adobe.com/JRG

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